Baugrund im Bezirk Wels-Land kostet 2026 je nach Gemeinde und Lage zwischen 75 und 550 Euro pro Quadratmeter. Am teuersten ist Thalheim bei Wels direkt an der Stadtgrenze, am günstigsten sind Gemeinden im westlichen Umland wie Gallspach. Wer aus der Stadt ins Umland ausweicht, spart je nach Gemeinde ein Drittel bis zwei Drittel, bezahlt das aber mit Fahrzeit.

Baugrund Wels-Land 2026 – auf einen Blick

Spanne im Bezirk: 75 bis 550 €/m², je nach Gemeinde und Lage Teuerste Gemeinde: Thalheim bei Wels mit 280 bis 550 €/m² Stärkster Anstieg seit 2014: Lambach mit rund +290 % Günstige Alternativen: Gallspach, Bad Wimsbach-Neydharting, Pichl bei Wels Trend 2026: überwiegend leicht steigend, in Lambach, Bad Schallerbach, Weißkirchen und Wallern stark steigend Gilt für: Baugründe für Ein- und Zweifamilienhäuser, NICHT für Bauträgergrundstücke im verdichteten Wohnbau

Wenn Sie selbst ein Grundstück verkaufen wollen, stehen Ablauf, Unterlagen und die steuerlichen Fallen im Beitrag Grundstück verkaufen.

Die Gemeinden im Vergleich

Ein Auszug der für unsere Kunden relevantesten Gemeinden, Bandbreiten 2026. Wichtig dabei: Die Reihung nach Preis sagt noch nichts darüber, wie leicht dort tatsächlich ein Grundstück zu bekommen ist. Dazu weiter unten mehr.

Gemeinde2026 in €/m²seit 2014Trend
Thalheim bei Wels280–550+99 %leicht steigend
Buchkirchen210–400+241 %leicht steigend
Holzhausen240–390+194 %leicht steigend
Marchtrenk230–390+97 %leicht steigend
Lambach190–390+293 %stark steigend
Bad Schallerbach210–350+200 %stark steigend
Weißkirchen an der Traun240–340+124 %stark steigend
Steinhaus250–330+87 %gleichbleibend
Gunskirchen240–330+175 %gleichbleibend
Schleißheim200–310+96 %leicht steigend
Krenglbach180–280+132 %leicht steigend
Eberstalzell150–250+144 %leicht steigend
Stadl-Paura150–240+192 %leicht steigend
Sattledt160–230+153 %leicht steigend
Pichl bei Wels160–220+157 %gleichbleibend
Bad Wimsbach-Neydharting150–220+165 %leicht steigend
Gallspach75–160+113 %leicht steigend

Zum Vergleich: Im Stadtgebiet von Wels reicht die Spanne von 250 bis 500 Euro, die Details dazu stehen im Beitrag Grundstückspreise Wels.

Was die Zahlen erzählen

Nähe kostet, aber nicht linear. Thalheim liegt praktisch an der Stadtgrenze und preislich auf Stadtniveau oder darüber. Schon wenige Kilometer weiter, in Krenglbach oder Pichl, halbiert sich der Quadratmeterpreis fast. Der Sprung passiert nicht gleichmäßig mit der Entfernung, sondern an Gemeindegrenzen, weil Widmungspolitik und Verfügbarkeit lokal sehr unterschiedlich sind.

Die größten Zuwächse liegen nicht bei den teuersten Gemeinden. Buchkirchen hat sich seit 2014 mehr als verdreifacht, Lambach fast vervierfacht. Thalheim und Marchtrenk, die schon 2014 vergleichsweise teuer waren, sind prozentuell am wenigsten gestiegen. Wer früh im günstigen Umland gekauft hat, hat relativ am meisten gewonnen.

Lambach ist der Ausreißer. Von rund 70 Euro im Jahr 2014 auf bis zu 390 Euro 2026, und der Trend steht weiterhin auf stark steigend. Die Bahnanbindung Richtung Linz und Salzburg dürfte dabei eine Rolle spielen. Ähnlich, wenn auch weniger extrem, entwickeln sich Bad Schallerbach und Wallern an der Trattnach.

Vier Gemeinden mit weiterhin starkem Aufwärtsdruck. Lambach, Bad Schallerbach, Weißkirchen an der Traun und Wallern an der Trattnach entwickeln sich 2026 klar nach oben, während der Rest des Bezirks überwiegend leicht steigend oder seitwärts läuft.

Aus der Praxis

Für Verkäufer im Umland ist die wichtigste Größe nicht der Quadratmeterpreis, sondern die Verfügbarkeit in der eigenen Gemeinde. In Orten, in denen kaum neues Bauland gewidmet wurde, sind bestehende Grundstücke deutlich mehr wert, als der Durchschnittswert vermuten lässt. Umgekehrt drückt ein frisch aufgeschlossenes Siedlungsgebiet die Preise für Einzelgrundstücke spürbar, weil Käufer plötzlich Auswahl haben. Diese lokale Angebotslage sehen Sie in keiner Statistik, sie entscheidet aber oft mehr über den erzielbaren Preis als die Adresse.

Umland oder Stadt: die Rechnung für Käufer

Bei einem Baugrundstück von 700 Quadratmetern ergibt sich aus den Zahlen folgender Unterschied:

LageGrundkosten für 700 m²
Wels Zentrum231.000 – 350.000 €
Thalheim bei Wels196.000 – 385.000 €
Marchtrenk161.000 – 273.000 €
Krenglbach126.000 – 196.000 €
Sattledt112.000 – 161.000 €

Zwischen Welser Zentrum und Sattledt liegen je nach Lage 100.000 bis 190.000 Euro, das ist bei vielen Bauvorhaben der Unterschied zwischen machbar und nicht machbar. Gegenzurechnen sind Fahrzeit, zweites Auto und die Frage, wie gut die Anbindung an Kindergarten, Schule und Arbeitsplatz ist. Für Familien mit zwei Berufstätigen im Zentralraum ist die Rechnung oft knapper, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Die drei Nachfragezonen im Bezirk

Aussagekräftiger als die Entfernung zur Stadt ist die Frage, wie leicht man in einer Gemeinde überhaupt an ein Grundstück kommt. Nach diesem Maßstab zerfällt der Bezirk in drei Zonen.

Zone 1, stark nachgefragt und knapp. Thalheim, Marchtrenk, Buchkirchen, Weißkirchen an der Traun, Holzhausen und Steinhaus. Hier trifft anhaltende Nachfrage auf ein sehr dünnes Angebot. Wer verkauft, verkauft in einen Nachfrageüberhang hinein und hat kurze Vermarktungszeiten.

Zone 2, solide Nachfrage. Gunskirchen, Lambach, Bad Schallerbach, Schleißheim und Krenglbach. Gute Erreichbarkeit, regelmäßige Verkäufe, aber ohne den Engpass der ersten Zone. Lambach und Bad Schallerbach stehen 2026 auf stark steigend und arbeiten sich nach oben.

Bei der Erreichbarkeit zählt dabei nicht nur Wels. Für einen erheblichen Teil der Käufer im Bezirk ist die Anbindung nach Linz genauso wichtig, oft sogar wichtiger, weil dort der Arbeitsplatz liegt. Gemeinden mit Bahnhaltestelle an der Westbahn oder kurzer Auffahrt zur Autobahn haben deshalb einen doppelten Vorteil: Sie bedienen beide Zentren. Wer sein Grundstück nur über die Nähe zu Wels bewirbt, lässt die halbe Zielgruppe liegen.

Zone 3, die Budgetzone. Sattledt, Stadl-Paura, Eberstalzell, Pichl bei Wels, Bad Wimsbach-Neydharting und Gallspach, preislich zwischen 75 und 250 Euro. Für Käufer mit Budgetgrenze die realistische Wahl, für Verkäufer ein kleinerer Interessentenkreis und längere Vermarktungszeiten.

Aus der Praxis

Der Preis je Quadratmeter und die Verfügbarkeit sind zwei verschiedene Dinge, und das wird regelmäßig verwechselt. Weißkirchen an der Traun liegt mit 240 bis 340 Euro unter Marchtrenk, dort ein Grundstück zu bekommen ist aber deutlich schwieriger. Der Trend steht in Weißkirchen nicht ohne Grund auf stark steigend: Es kommt schlicht kaum etwas auf den Markt. Für Verkäufer heißt das, dass der Statistikwert die eigene Verhandlungsposition unterschätzt. Für Käufer heißt es, dass die günstigere Gemeinde nicht automatisch die leichter erreichbare ist. Wer in einer solchen Gemeinde ein Grundstück hat und verkaufen will, sollte vor der Preisfestlegung fragen, wie viele vergleichbare Objekte dort im letzten Jahr überhaupt gehandelt wurden.

Wie diese Bandbreiten zustande kommen

Die hier genannten Werte sind unsere Einschätzung des Marktes, keine Übernahme einer einzelnen Statistik. Sie entstehen aus drei Quellen:

  • Eigene Abschlüsse und Marktbeobachtung. Was in unseren Vermittlungen tatsächlich unterschrieben wurde, und was wir bei Objekten sehen, die wir nicht selbst vermittelt haben.
  • Veröffentlichte Erhebungen zu Baulandpreisen, unter anderem die jährliche Grundstückspreisübersicht des Wirtschaftsmagazins GEWINN, die Gemeindemeldungen, Grundbuch-Kaufpreise und eine Regressionsrechnung der TU Wien zusammenführt.
  • Kaufpreisdaten aus dem Grundbuch für den Zentralraum Wels und Linz.

Aus diesen Quellen bilden wir Bandbreiten statt Punktwerten, weil ein einzelner Quadratmeterpreis für eine ganze Gemeinde ohnehin nie stimmt. Die Untergrenze steht für schwierige Lagen, die Obergrenze für sehr gute. Wo unsere Praxis von veröffentlichten Werten abweicht, folgen wir unserer Praxis.

Wichtig für die Einordnung: Erfasst sind Baugründe für Ein- und Zweifamilienhäuser. Bauträger-, Büro- und Gewerbegrundstücke folgen einer anderen Logik und liegen in verdichtbaren Lagen deutlich darüber. Aufschließungskosten sind nicht eingerechnet.

Für eine konkrete Immobilie ersetzt keine Bandbreite die Besichtigung. Was Ihr Grundstück oder Ihr Haus wert ist, hängt an Zuschnitt, Widmung, Aufschließung, Bebaubarkeit und Nachbarschaft. Eine kostenlose Kurzeinwertung klärt das an einem Termin.

Ing. Christoph Eiber, MBA
Ing. Christoph Eiber, MBA
Geschäftsführer der CE Immo Group GmbH, Akademischer Immobilienmanager

Christoph Eiber führt die CE Immo Group in Wels und ist seit über 18 Jahren in der Immobilienvermittlung und Projektentwicklung in Oberösterreich tätig. Er bewertet und vermarktet Wohnungen, Häuser, Grundstücke und Zinshäuser im Zentralraum Wels–Linz.

Stand: 1. August 2026. Alle Angaben nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Welche Gemeinde in Wels-Land ist am teuersten?

Thalheim bei Wels mit 280 bis 550 Euro pro Quadratmeter. Die Gemeinde grenzt unmittelbar an das Stadtgebiet und liegt damit auf Welser Niveau oder darüber. Die große Spanne bildet ab, wie unterschiedlich einzelne Lagen innerhalb der Gemeinde bewertet werden.

Wo ist Baugrund im Bezirk Wels-Land am günstigsten?

Im weiteren Umland liegen Gallspach mit 75 bis 160 Euro, Bad Wimsbach-Neydharting mit 150 bis 220 und Pichl bei Wels mit 160 bis 220 Euro pro Quadratmeter am unteren Ende. Der Preisvorteil gegenüber der Stadt beträgt dort mehr als 50 Prozent.

Wie viel kostet ein Baugrundstück in Marchtrenk?

Zwischen 230 und 390 Euro pro Quadratmeter, Tendenz leicht steigend. Für ein typisches Grundstück mit 700 Quadratmetern sind das rund 161.000 bis 273.000 Euro, ohne Aufschließung und Nebenkosten. Marchtrenk liegt damit deutlich unter Thalheim, aber klar über den Gemeinden im weiteren Umland. Warum die Gemeinde so stark zugelegt hat und was der Westbahn-Ausbau bedeutet, steht im Beitrag Wohnen in Marchtrenk.

Steigen die Preise im Umland noch?

Überwiegend ja, aber langsamer als in den Jahren bis 2023. Für 2026 stuft die Erhebung Lambach, Bad Schallerbach, Weißkirchen an der Traun und Wallern an der Trattnach als stark steigend ein, die meisten übrigen Gemeinden als leicht steigend. Gunskirchen, Steinhaus und Pichl laufen seitwärts.

Lohnt sich der Umzug ins Umland finanziell?

Beim Grundstück fast immer, bei den Gesamtkosten kommt es darauf an. Zwischen Welser Zentrum und einer Gemeinde wie Sattledt liegen bei 700 Quadratmetern gut 100.000 bis 190.000 Euro. Dem stehen Fahrzeit, oft ein zusätzliches Auto und schlechtere Nahversorgung gegenüber. Rechnen Sie die Mobilitätskosten über zehn Jahre mit, dann wird die Entscheidung ehrlicher.

Woher kommen die Daten?

Aus der GEWINN-Grundstückspreisübersicht, die jährlich in der Mai-Ausgabe erscheint und die Baulandpreise aller österreichischen Gemeinden erfasst. Die Zeitreihe 2014 bis 2026 und die daraus abgeleiteten Veränderungsraten stammen aus unserer eigenen Auswertung dieser Erhebung.

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