Wels ist klein genug, dass jeder Stadtteil in einer Viertelstunde erreichbar ist, und groß genug, dass die Preise deutlich auseinanderliegen. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bereich liegen bei einem 700-Quadratmeter-Grundstück schnell 150.000 Euro. Dieser Beitrag ordnet die Stadtteile ein, mit Zahlen und mit dem, was hinter den Zahlen steht.
Spannweite: rund 250 bis 500 €/m² für Ein- und Zweifamilienhausgründe Teuerste Lage: Zentrum mit 330 bis 500 €/m² Günstigster Einstieg: Wels-Ost, Pernau ab rund 250 €/m² Auffällig: Pernau ist 2026 der einzige Stadtteil mit gleichbleibendem Trend Alle anderen: leicht steigend, keiner fallend
Die Stadtteile im Überblick
| Stadtteil | Baugrund 2026 in €/m² | Trend |
|---|---|---|
| Wels, Zentrum | 330–500 | leicht steigend |
| Wels, Puchberg | 300–410 | leicht steigend |
| Wels-West, Lichtenegg | 260–420 | leicht steigend |
| Wels-Ost, Pernau | 250–440 | gleichbleibend |
Bemerkenswert ist weniger die Reihenfolge als die Überlappung der Bandbreiten. Die Obergrenze in Pernau liegt mit 440 Euro über der Obergrenze in Puchberg, obwohl Pernau im Schnitt günstiger ist. Das heißt: Die gute Lage im günstigen Stadtteil ist teurer als die durchschnittliche Lage im teuren Stadtteil.
Für die Praxis ist das die wichtigste Erkenntnis aus dieser Tabelle. Wer eine Immobilie nach dem Stadtteil bewertet, liegt regelmäßig daneben. Es entscheidet die konkrete Lage innerhalb des Stadtteils: Straße, Nachbarschaft, Zuschnitt, Lärm, Ausrichtung.
Die Stadtteile im Einzelnen
Zentrum. Die teuerste Lage, und zwar mit Abstand bei der Untergrenze. Wer hier baut oder kauft, zahlt für Fußläufigkeit: Stadtplatz, Geschäfte, Ämter, Bahnhof. Einfamilienhausgrundstücke sind hier die Ausnahme, das meiste ist bereits bebaut oder für verdichteten Wohnbau gewidmet. Genau deshalb ist die Angabe hier mit Vorsicht zu lesen, siehe unten.
Puchberg. Der Stadtteil mit der engsten Bandbreite, 300 bis 410 Euro. Das spricht für eine homogene Struktur: überwiegend Einfamilienhausgebiet, wenig Ausreißer nach oben oder unten. Für Käufer, die Berechenbarkeit suchen, ist das ein Vorteil, weil das Preisrisiko in beide Richtungen kleiner ist.
Wels-West, Lichtenegg. Breite Spanne von 260 bis 420 Euro, entsprechend gemischt ist die Struktur. Hier findet man den günstigen Einstieg und Lagen auf Zentrumsniveau, teilweise in unmittelbarer Nachbarschaft. Wer sich hier umsieht, sollte Objekte einzeln bewerten lassen und sich nicht auf einen Stadtteildurchschnitt verlassen.
Wels-Ost, Pernau. Der günstigste Einstieg mit 250 Euro und zugleich der einzige Stadtteil, der 2026 als gleichbleibend eingestuft wird, während alle anderen leicht zulegen. Die Obergrenze von 440 Euro zeigt aber, dass es auch hier Lagen gibt, die mit dem Zentrum mithalten.
Diese Werte gelten für Baugründe für Ein- und Zweifamilienhäuser. Wo Geschosswohnbau gewidmet und tatsächlich möglich ist, was im Welser Kernbereich häufig der Fall ist, bekommt man um diesen Preis keinen Grund. Bauträger rechnen nicht nach Grundfläche, sondern nach erzielbarer Wohnnutzfläche, und zahlen entsprechend deutlich mehr. Wer ein Grundstück im Zentrum mit 400 Euro pro Quadratmeter bewertet, obwohl der Bebauungsplan drei Geschosse hergibt, verschenkt möglicherweise einen sechsstelligen Betrag. Nie einen Quadratmeterpreis ansetzen, ohne die zulässige Bebauungsdichte mitzudenken.
Was die Preise in Wels insgesamt trägt
Wels ist keine Gemeinde, die nur vom Umlandeffekt lebt. Drei Punkte tragen die Entwicklung.
Die Lage zwischen zwei Zentren. Wels ist selbst Arbeitsmarkt und liegt gleichzeitig in Pendeldistanz zu Linz. Diese Doppelrolle unterscheidet die Stadt von reinen Wohnstandorten.
Die Entschuldung. Wels hat die Pro-Kopf-Verschuldung von 1.167 Euro im Jahr 2015 auf nahezu null abgebaut und finanziert Investitionen inzwischen aus Rücklagen. Für die Bewertung eines Standorts ist das relevanter, als es klingt. Eine Stadt ohne Schuldendienst kann in Infrastruktur investieren, ohne Gebühren und Abgaben erhöhen zu müssen.
Der neue Stadtpark. Mit dem Volksgarten entsteht auf rund zehn Hektar eines der größten Entsiegelungsprojekte Österreichs, mit einem Investitionsvolumen im Bereich von 20 Millionen Euro. Solche Projekte wirken nicht sofort auf die Preisstatistik, aber sie verändern über Jahre, wie eine Stadt wahrgenommen wird, und das schlägt sich in der Nachfrage nieder.
Ausführlicher steht das im Beitrag Grundstückspreise Wels.
Für wen welche Lage passt
Familien mit Schulkindern entscheiden meist nach Schul- und Betreuungsweg, nicht nach Quadratmeterpreis. In einer Stadt dieser Größe ist das innerhalb aller Stadtteile lösbar, weshalb hier eher der Grundstückszuschnitt und der Garten den Ausschlag geben.
Pendler nach Linz achten auf die Anbindung an Bahnhof und A25. Das spricht für die östlichen und zentrumsnahen Lagen.
Käufer mit begrenztem Budget finden den Einstieg in Pernau und in Teilen von Lichtenegg. Wichtig dabei: Die Untergrenze eines Stadtteils bekommt man nicht überall, sondern in den schwächeren Lagen. Wer 250 Euro einkalkuliert, sollte prüfen, ob die konkreten Grundstücke in dieser Preisklasse auch die gewünschten Eigenschaften haben.
Wer verkauft, sollte die Bandbreite seines Stadtteils nicht als Wertspanne für das eigene Objekt lesen. Zwischen unterer und oberer Grenze liegen 40 bis 70 Prozent. Wo ein Objekt tatsächlich steht, ergibt sich erst aus der Besichtigung.
Umland als Alternative
Wer in Wels arbeitet, aber mehr Fläche fürs Geld will, findet im Umland deutlich niedrigere Preise. Schon in Krenglbach oder Sattledt, beide unter zwanzig Minuten vom Stadtplatz, halbiert sich der Quadratmeterpreis nahezu. Marchtrenk liegt mit 230 bis 390 Euro etwa auf dem Niveau der günstigeren Welser Stadtteile, bietet dafür die Bahnanbindung Richtung Linz, siehe Wohnen in Marchtrenk.
Die vollständige Übersicht über das Umland steht im Beitrag Grundstückspreise Wels-Land.
Methodik
Die genannten Bandbreiten sind eigene Werte der CE Immo Group, abgeleitet aus unseren Transaktionen und der laufenden Marktbeobachtung, aus veröffentlichten Preisübersichten und aus den im Grundbuch ersichtlichen Kaufpreisen. Wo unsere Praxis von veröffentlichten Werten abweicht, folgen wir unserer Praxis. Es handelt sich um Orientierungswerte für Ein- und Zweifamilienhausgründe, nicht um die Bewertung eines konkreten Objekts.
Christoph Eiber führt die CE Immo Group in Wels und ist seit über 18 Jahren in der Immobilienvermittlung und Projektentwicklung in Oberösterreich tätig. Er bewertet und vermarktet Wohnungen, Häuser, Grundstücke und Zinshäuser im Zentralraum Wels–Linz.
Stand: 2. August 2026. Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und gibt die Rechtslage zum genannten Stand wieder. Gesetze, Verordnungen und Rechtsprechung ändern sich. Für Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Haftung übernommen. Der Beitrag ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall.