Der Median für Baugrund in Oberösterreich lag 2014 bei 55 Euro pro Quadratmeter und liegt 2026 bei 118 Euro. Das ist ein Plus von rund 115 Prozent in zwölf Jahren. Der Anstieg verlief allerdings nicht gleichmäßig: Zwischen 2019 und 2023 verdoppelte sich die Dynamik, seit 2024 flacht die Kurve deutlich ab. Für Eigentümer ist beides relevant, denn Preisvorstellungen aus dem Boomjahr 2022 tragen heute nicht mehr, alte Werte von vor 2019 dagegen bei Weitem nicht mehr.
Median 2014: 55 €/m² · Median 2026: 118 €/m² · Zuwachs: rund +115 % Mittelwert 2026: 172 €/m², deutlich über dem Median wegen einzelner Spitzenlagen Erfasste Gemeinden: rund 453 in Oberösterreich Günstigste Gemeinden 2026: ab rund 20 €/m² Teuerste Lage: Seegrundstücke am Attersee mit bis zu 6.000 €/m² Dynamik: stark bis 2023, seither deutlich abgeflacht Gilt für: Baugründe für Ein- und Zweifamilienhäuser, NICHT für Bauträgergrundstücke im verdichteten Wohnbau
Die Entwicklung Jahr für Jahr
| Jahr | Median €/m² | Mittelwert €/m² |
|---|---|---|
| 2014 | 55 | 75 |
| 2016 | 56 | 83 |
| 2018 | 60 | 95 |
| 2019 | 65 | 106 |
| 2020 | 75 | 116 |
| 2021 | 78 | 122 |
| 2022 | 85 | 125 |
| 2023 | 100 | 154 |
| 2024 | 105 | 161 |
| 2025 | 115 | 166 |
| 2026 | 118 | 172 |
Drei Phasen lassen sich klar unterscheiden.
2014 bis 2018: Seitwärts. In fünf Jahren stieg der Median um ganze fünf Euro. Wer in dieser Zeit gekauft hat, kaufte auf einem historisch niedrigen Niveau, ohne dass es damals so aussah.
2019 bis 2023: Der Sprung. Innerhalb von vier Jahren stieg der Median von 65 auf 100 Euro, also um mehr als 50 Prozent. Die Kombination aus niedrigen Zinsen, Fluchtbewegung ins Eigenheim während der Pandemie und knappem Angebot traf auf einen Markt, der es nicht abfedern konnte.
Seit 2024: Abflachung. 105, dann 115, dann 118 Euro. Der Zuwachs von 2025 auf 2026 beträgt noch rund drei Prozent. Das ist ungefähr Inflationsniveau, also real kaum noch ein Anstieg. Ein Rückgang zeigt sich in der Breite allerdings nicht.
Warum Median und Mittelwert so weit auseinanderliegen
Der Mittelwert liegt 2026 bei 172 Euro, der Median bei 118. Diese Lücke von fast 50 Prozent hat einen Grund: einzelne Extremlagen ziehen den Durchschnitt nach oben, ohne für die Masse der Gemeinden repräsentativ zu sein.
Die Spitzenwerte kommen fast ausschließlich aus dem Salzkammergut. Seegrundstücke am Attersee erreichen bis zu 6.000 Euro pro Quadratmeter, dazu kommen Gmunden, Altmünster, Mondsee und St. Wolfgang. In dieselbe Kategorie fallen die Linzer Hanglagen mit bis zu 1.100 Euro.
Für die Einschätzung des eigenen Grundstücks ist deshalb der Median die ehrlichere Zahl. Und noch ehrlicher ist der Wert der eigenen Gemeinde, den Sie für den Raum Wels im Beitrag Grundstückspreise Wels-Land und für den Zentralraum in Grundstückspreise Linz finden.
Was das für Eigentümer heißt
Wer vor 2019 gekauft hat, sitzt auf erheblichen stillen Reserven. Ein Grundstück, das 2016 im oberösterreichischen Mittel 56 Euro kostete, liegt heute beim Doppelten. Bei 800 Quadratmetern sind das rund 50.000 Euro Wertzuwachs allein auf den Grund.
Wer im Boom gekauft hat, sollte realistisch bleiben. Zwischen 2022 und 2026 hat sich der Median um rund 39 Prozent bewegt, in vielen Einzelgemeinden aber deutlich weniger. Wer 2022 am oberen Ende gekauft hat, muss beim Verkauf nicht automatisch mit einem Gewinn rechnen.
Die Steuerfrage hängt am Kaufdatum. Bei einem Verkauf entscheidet der Anschaffungszeitpunkt darüber, ob 30 Prozent vom Gewinn oder effektiv 4,2 Prozent vom Erlös anfallen. Bei umgewidmeten Grundstücken können es 18 Prozent sein. Die Details stehen im Beitrag ImmoESt beim Verkauf. Für Verkäufe ab 2027 steigen die Altvermögenswerte auf 6 beziehungsweise 21 Prozent, was gerade bei alten Bauparzellen ins Gewicht fällt: ImmoESt 2027.
Die verbreitetste Fehleinschätzung in unseren Beratungen betrifft nicht das Preisniveau, sondern das Timing. Viele Eigentümer warten mit dem Verkauf, weil die Preise ja immer weiter steigen. Die Datenreihe zeigt aber, dass die Zuwächse seit 2024 im Bereich der Inflation liegen. Wer heute drei Jahre wartet, gewinnt nach dieser Entwicklung real wenig dazu, trägt aber drei weitere Jahre Betriebskosten, Instandhaltung und im Fall eines Leerstands auch Substanzverlust. Die Frage ist deshalb selten „steigt es noch", sondern „was kostet mich das Warten".
Warum einzelne Gemeinden völlig anders laufen
Der Landesdurchschnitt verdeckt, wie unterschiedlich sich die Regionen entwickelt haben. Ein paar Muster aus der Zeitreihe:
Aufholer im Umland. Gemeinden, die 2014 im unteren Preissegment lagen, haben prozentuell am stärksten zugelegt. Buchkirchen im Bezirk Wels-Land etwa hat sich seit 2014 mehr als verdreifacht, Lambach fast vervierfacht. Wer dort früh gekauft hat, hat relativ am meisten gewonnen.
Stabile Spitzenlagen. Die teuersten Adressen, also die Linzer Hanglagen und die Seegemeinden im Salzkammergut, sind absolut am teuersten, prozentuell aber unauffällig gestiegen. Sie waren schon 2014 hochpreisig, und der Markt dort ist klein und wenig elastisch.
Verlierer gibt es kaum, aber Seitwärtsbewegungen. Ein flächendeckender Rückgang zeigt sich in keinem Jahrgang. Was 2026 auffällt, sind erstmals einzelne leicht fallende Trends, konzentriert auf Linzer Stadtteile mit hohem Geschosswohnbauanteil.
Die Bahnachsen ziehen. Gemeinden an der Westbahnstrecke zwischen Linz und Wels zeigen überdurchschnittliche Zuwächse. Die Kombination aus erreichbarem Arbeitsmarkt und im Vergleich zur Stadt günstigem Grund erklärt einen guten Teil davon.
Was das für einzelne Gemeinden im Detail bedeutet, steht in den Beiträgen zu Wels, Wels-Land und Linz-Land.
Wie diese Auswertung zustande kommt
Die Zeitreihe beruht auf den jährlich veröffentlichten Baulandpreisen für die rund 453 oberösterreichischen Gemeinden, unter anderem aus der Grundstückspreisübersicht des Wirtschaftsmagazins GEWINN, die Gemeindemeldungen, Grundbuch-Kaufpreise und eine Regressionsrechnung der TU Wien zusammenführt. Die hier gezeigten Median- und Mittelwertreihen, die Veränderungsraten und die Phaseneinteilung sind unsere eigene Auswertung dieser Daten.
Erfasst sind Baugründe für Ein- und Zweifamilienhäuser. Bauträger-, Büro- und Gewerbegrundstücke sowie Grünland bleiben außen vor, sie folgen einer anderen Preislogik. Die Werte beziehen sich auf gute Lagen, schlechtere liegen darunter, Aufschließungskosten sind nicht enthalten, und Tourismusorte sind Näherungswerte.
Für die Einschätzung einer konkreten Immobilie ersetzt keine Landesstatistik die Bewertung vor Ort. Eine kostenlose Kurzeinwertung klärt, wo Ihr Objekt tatsächlich steht.
Christoph Eiber führt die CE Immo Group in Wels und ist seit über 18 Jahren in der Immobilienvermittlung und Projektentwicklung in Oberösterreich tätig. Er bewertet und vermarktet Wohnungen, Häuser, Grundstücke und Zinshäuser im Zentralraum Wels–Linz.
Stand: 1. August 2026. Dieser Beitrag wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und gibt die Rechtslage zum genannten Stand wieder. Gesetze, Verordnungen und Rechtsprechung ändern sich. Für Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Haftung übernommen. Der Beitrag ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung im Einzelfall.